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ROAS reicht nicht: Gewinnspanne und Break-even-ROAS
7 Minuten · 9 Schritte · Workout 3 von 6 in diesem Modul
Was du danach kannst
Am Ende dieses Workouts kannst du den Break-even-ROAS aus der Bruttomarge berechnen, den ROAS einer Kampagne in echten Gewinn umrechnen und erklären, warum der von der Plattform gemeldete ROAS eine zweite Prüfung braucht.
Ein erster Blick: Der Umsatz bezahlt zuerst das Produkt. Anzeigen bekommen, was übrig bleibt
ROAS = Umsatz aus Anzeigen ÷ Werbeausgaben. Es ist die Zahl, die sich auf Meta und Google am leichtesten ablesen lässt, und die am leichtesten falsch gelesen wird, weil Umsatz kein Gewinn ist. Ermittle zuerst deine Bruttomarge: (Preis − Produktkosten − Versand − Zahlungs- und Marktplatzgebühren) ÷ Preis. Das ist der Anteil jedes Verkaufs, den du tatsächlich für Anzeigen ausgeben kannst. Break-even-ROAS = 1 ÷ Bruttomarge. Darunter verlierst du bei jeder Bestellung Geld; darüber verdienst du. Auf Amazon wird dieselbe Idee umgekehrt als ACoS gezeigt (Werbeausgaben ÷ Umsatz); der Break-even-ACoS ist einfach deine Marge.
Beispiel: Green Gardens Serum: Preis $40, Produkt $10, Versand und Gebühren $5. Marge = (40 − 10 − 5) ÷ 40 = 62,5 %. Break-even-ROAS = 1 ÷ 0,625 = 1,6. Ein ROAS von 2,0, der bei Northpack Geld verliert, verdient bei Green Garden Geld.
Was dieses Workout abdeckt
- Der Umsatz bezahlt zuerst das Produkt. Anzeigen bekommen, was übrig bleibt
- Fall: Zwei Kampagnen, ein Budget: Welche hat mehr Geld verdient?
- Der ROAS, den die Plattform dir zeigt, ist nicht die ganze Geschichte
- Fall: Meta sagt 4,0, das Bankkonto sagt etwas anderes
- Satz abgeschlossen: drei Zahlen, die neben den ROAS gehören
Eine Frage aus diesem Workout: Zwei Kampagnen, ein Budget: Welche hat mehr Geld verdient?
Northpack hat zwei Kampagnen mit je $2.000 geschaltet. Kampagne A verkaufte Rucksäcke (Bruttomarge 40 %). Kampagne B verkaufte Zubehör: Kabel-Organizer und Packwürfel (Bruttomarge 60 %). Der Media Buyer will das ganze Budget zu Kampagne A verschieben, weil „ihr ROAS viel höher ist“.
- Kampagne A Ausgaben / Umsatz
- $2.000 / $6.400
- Kampagne A ROAS
- 3,2
- Kampagne B Ausgaben / Umsatz
- $2.000 / $4.400
- Kampagne B ROAS
- 2,2
Welche Kampagne hat nach Werbeausgaben mehr Gewinn gebracht?
- Kampagne A: $6.400 × 0,40 − $2.000 = $560
- Kampagne A, weil ein ROAS von 3,2 immer 2,2 schlägt
- Sie sind gleich, die Ausgaben waren dieselben
- Kampagne B: $4.400 × 0,60 − $2.000 = $640
Entscheide dich zuerst und öffne dann die Begründung.
Antwort und Begründung anzeigen
Antwort: D. Kampagne B: $4.400 × 0,60 − $2.000 = $640
Gewinn = Umsatz × Marge − Ausgaben. A: $6.400 × 0,40 − $2.000 = $560. B: $4.400 × 0,60 − $2.000 = $640. Die Kampagne mit dem niedrigeren ROAS hat $80 mehr verdient, weil ihre Produkte von jedem Dollar mehr behalten. Der häufigste Fehler ist, den ROAS über Produkte mit unterschiedlichen Margen hinweg zu vergleichen. ROAS ordnet Kampagnen nur dann fair ein, wenn die Marge dieselbe ist.
Die anderen Schritte funktionieren genauso: Erst entscheidest du, dann siehst du, warum jede Option richtig oder falsch ist.
So übst du hier
- 3 kurze Konzeptkarten
- 1 Multiple-Choice-Frage
- 2 Kampagnenfälle mit realistischen Zahlen
- 3 geführte Berechnungen
Teil des Moduls: Marketing-Kennzahlen und KPIs
Wissen, welche Zahlen wirklich zählen: KPIs auswählen, Unit Economics, Profitabilität und realistische Ziele setzen.
Weitere Workouts in diesem Modul
- Kennzahl oder KPI? Zahlen mit einem Ziel verknüpfen
- CAC, LTV und Amortisationszeit
- Die North-Star-Metrik und der Kennzahlenbaum
- Vanity Metrics: die Falle aus Likes und Followern
- Realistische Ziele setzen: vergangene Daten, Saisonalität und Budget
Programme mit diesem Workout